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Tipps für den Alltag
- Treiben Sie Sport! Sport ist bei Blasenschwäche durchaus empfehlenswert. Bitte vermeiden Sie aber Sportarten, die die Blase zusätzlich belasten, wie z. B. Joggen, Reiten oder Tennis. Schwimmen, Gymnastik, Wandern oder Walken sind dagegen durchaus geeignete Möglichkeiten, sich mit einer schwachen Blase zu bewegen.
- Versuchen Sie, auch in ihren Alltag mehr Bewegung zu bringen. Nehmen Sie lieber die Treppe statt den Aufzug. Lassen Sie Ihr Auto öfter in der Garage stehen und fahren sie mit dem Fahrrad.
- Achten Sie auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung. Ein Grund für Belastungsinkontinenz kann auch Übergewicht sein: Zwei Drittel der inkontinenten Frauen leiden an Gewichtsproblemen. Achten Sie außerdem darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen: Täglich 1,3-2 Liter. Dadurch können Sie der Entstehung von Blasensteinen und -infektionen entgegenwirken. Reduzieren Sie möglichst harntreibende Getränke wie Kaffee, schwarzen Tee, Limonade und Alkohol.
Verzichten Sie nach Möglichkeit auch auf das Rauchen. Nikotin kann die
Blasenmuskulatur zusätzlich negativ beeinflussen. - Ziehen Sie sich nicht in die Isolation zurück. Nutzen Sie die Möglichkeit einer Selbsthilfegruppe und profitieren Sie von Erfahrungen anderer Betroffener. Suchen Sie auch das Gespräch mit Ihrem Partner, damit Sie gemeinsam mit der Krankheit leben lernen. Trauen Sie sich, das öffentliche Leben zu genießen. Denn denken Sie daran: Toiletten gibt es fast überall!
Am Arbeitsplatz
Gerade der Arbeitsplatz ist für Menschen mit überaktiver Blase ein besonders heikler Bereich. Hier verbringt man die meiste Zeit - daher ist die Möglichkeit besonders groß, dass andere etwas mitbekommen. Vertraut man sich daher gleich besser seinen Kollegen und Vorgesetzten an, um so von vorneherein peinliche Situationen zu vermeiden? Oder läuft man Gefahr, sich durch allzu große Offenheit Karrierechancen zu verbauen?
Eine eindeutige Antwort auf diese Fragen gibt es nicht. Wie offen Sie mit Ihrer überaktiven Blase umgehen, hängt natürlich in erster Linie von Ihnen persönlich und dem Verhältnis zu Ihren Kollegen ab. In einer freundschaftlichen Atmosphäre lässt sich leichter darüber sprechen als in einer ohnehin schon angespannten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Ihre Kollegen reagieren, sollten Sie das Gespräch erst suchen, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt.
Wenn Sie sich entschließen, Ihre Kollegen einzuweihen: Suchen Sie das offene, klare Gespräch. Je unverkrampfter Sie selbst mit dem Thema umgehen, desto überzeugender werden Sie am Arbeitsplatz vermitteln können, dass Ihre überaktive Blase Ihre Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Praktische Hinweise, die den Alltag am Arbeitsplatz erleichtern
- Wenn Sie Hilfsmittel wie Inkontinenzeinlagen oder -slips unauffällig wechseln wollen: Nehmen Sie Plastiktüten oder luft- und blickdicht verschließbare Plastikbehälter mit. Wenn Sie sie in Ihrer Tasche deponieren und diese mit auf die Toilette nehmen, können Sie Hilfsmittel unkompliziert und unauffällig wechseln. Die benutzten Mittel können Sie dann vor Ort oder zu Hause entsorgen.
- Tragen Sie Kleidung, die Sie schnell ausziehen können ohne umständliche oder schwer erreichbare Verschlüsse und Knöpfe. Entscheiden Sie sich außerdem für luftdurchlässige und pflegeleichte Kleidung.
- Falls ein Berufswechsel für Sie unvermeidbar erscheint, weil Sie schwer tragen müssen oder an Ihrer Arbeitsstelle z. B. nicht jederzeit Toiletten verfügbar sind, sprechen Sie zuerst mit Ihrem Arzt darüber. Oft entscheidet auch die Wahl des richtigen Hilfsmittels darüber, ob Sie Ihren Beruf weiter ausüben können.
Urlaub und Freizeit
Viele Patienten mit überaktiver Blase befürchten, dass sie nie wieder in Urlaub fahren können. Eine unerfreuliche, aber zum Glück auch falsche Vorstellung. Wenn von medizinischer Seite nichts dagegen spricht, sind Ihrer Reiselust im In- und Ausland keine Grenzen gesetzt. Sie müssen Ihren Urlaub nur sorgfältiger planen als vorher.
Tipps für einen stressfreien Urlaub:
- Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke, Ihrer Krankenkasse oder der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe, ob und unter welchem Namen in Ihrem Urlaubsland Hilfsmittel erhältlich sind. Nehmen Sie ansonsten selbst ausreichend Hilfsmittel mit.
- Informieren Sie sich über den Hygienestandard Ihres Urlaubslandes. Wenn Sie häufig die Toilette aufsuchen müssen, sollten Sie ein Land mit einem guten Standard wählen.
- Für den Fall, dass Sie Medikamente einnehmen: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine für den Urlaub ausreichende Menge verschreiben.
- Sichern Sie bei Ihrer Reiseplanung ab, dass Sie auch unterwegs schnell und problemlos eine Toilette erreichen können. Planen Sie längere Autofahrten mit Karten, auf denen Raststätten verzeichnet sind. Reservieren Sie auf Flugreisen Plätze in der Nähe der Bordtoilette oder am Gang.
- Vergessen Sie nicht, Ersatzhilfsmittel, Ersatzunterwäsche und eventuell Einmal-Waschlappen oder feuchte Hygienetücher im Handgepäck mitzunehmen. Auch wenn Sie sie nicht benötigen – Sie werden sich sicherer fühlen.
- Trinken Sie ausreichend! Versuchen Sie nicht, Ihre Flüssigkeitszufuhr einzuschränken, um weniger häufig auf die Toilette zu müssen. Gerade in warmen Ländern brauchen Sie mehr Flüssigkeit. Es können sonst Kreislaufprobleme drohen.
- Kleiden Sie sich auch im Urlaub angemessen. So verhindern Sie zusätzliche Komplikationen durch Erkältungen oder Blasenentzündungen. Vergessen Sie auch Ihre allgemeine Reiseapotheke nicht. Mit entzündungshemmenden Medikamenten, Pflastern, Medikamenten gegen Übelkeit und Durchfall, Mücken- und Sonnenschutz sind Sie gegen unliebsame Überraschungen gut gewappnet.
Theater-, Kino- und Konzertbesuche
Für diese Freizeitaktivitäten gilt: Teilen Sie sich das Trinken den Tag über sinnvoll ein. Trinken Sie vor dem Ausgehen weniger, danach aber dafür umso mehr.
Suchen Sie sich möglichst Plätze am Rand, falls Sie während der Vorstellung raus müssen. Benutzen Sie ein Hilfsmittel, wenn Sie sich damit sicherer fühlen.