Inhalt

Definitionen

Dranginkontinenz

Die Dranginkontinenz zeichnet sich durch starken, nicht unterdrückbaren Harndrang und ungewollten Harnverlust aus. Der Urin geht meist in größerer Menge auf einmal durch die Harnröhre ab.

Unterschieden wird zwischen der sensorischen und der motorischen Dranginkontinenz: Bei der häufiger auftretenden sensorischen Form sind die Rezeptoren überempfindlich, die dem Gehirn den Füllungsgrad der Blase melden. Dadurch veranlasst das Gehirn, dass sich die Blasenmuskulatur zusammenzieht. Der Betroffene muss schnellstmöglich die Toilette aufsuchen. Der Grund für eine motorische Dranginkontinenz ist die Überaktivität des Blasenmuskels.

Die Dranginkontinenz lässt sich in der Regel mit Medikamenten behandeln und bedarf nur in seltenen Fällen eines operativen Eingriffs.

Belastungsinkontinenz

Abb.: Querschnitt durch den Unterbauch einer Frau mit Bezeichnung der Organe.Bei der Belastungsinkontinenz liegt die Ursache nicht in einer Überaktivität der Blase, sondern der Schließmechanismus der Harnröhre ist geschädigt. Steigt der Druck im Bauchraum z. B. durch Husten, Niesen oder Treppensteigen an, gehen unkontrolliert kleine Mengen Urin verloren. Bei Frauen ist häufig eine schwache Beckenbodenmuskulatur durch Schwangerschaft, Geburt oder hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren dafür verantwortlich.

Nach einer Prostata-Operation zeigen häufig auch Männer die Symptome einer Belastungsinkontinenz. Sie wird manchmal auch als Stressinkontinenz bezeichnet - dieser Begriff leitet sich von dem englischen Wort "to stress" (belasten) ab. Da Stress jedoch im Deutschen etwas anderes bedeutet wird diese Bezeichnung nur noch selten verwendet. Auch die Belastungsinkontinenz ist behandelbar bzw. heilbar.

Mischinkontinenz

Von einer Mischinkontinenz spricht man, wenn Belastungs- und Dranginkontinenz gemeinsam auftreten.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)/Benignes Prostatasyndrom (BPS)

Abb.: Querschnitt durch einen männlichen Unterbauch mit gesunder Prostata.

Mann mit gesunder Prostata

Abb.: Querschnitt durch einen männlichen Unterbauch mit vergrößerter Prostata.

Mann mit vergrößerter Prostata


Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt unterhalb der männlichen Blase. Sie umschließt die Harnröhre ring- bzw. kugelförmig. Die gesunde Prostata eines erwachsenen Mannes ist etwa walnussgroß. Mit zunehmendem Alter, d. h. ab dem 40. Lebensjahr, kann sich die Prostata vergrößern. Eine mögliche Prostatavergrößerung kann nach der operativen Entnahme von Prostatagewebe mikroskopisch nachgewiesen werden. In diesem Fall spricht man von einer benignen Prostatahyperplasie (BPH).

Eine vergrößerte Prostata kann die Harnröhre verengen. Dadurch wird der Harnfluss verlangsamt, und die Blase kann sich nicht mehr vollständig entleeren. Es entsteht das Gefühl von Harndrang, und die Betroffenen müssen auch nachts in kürzeren Abständen zur Toilette. Ein weiteres Anzeichen für eine vergrößerte Prostata kann ständiges Nachtröpfeln sein. Dafür verantwortlich ist der höhere Blaseninnendruck. Er erhöht sich, wenn die Blase nicht mehr vollständig entleert wird und sich deshalb ausdehnt. Weitere Symptome können starker, überfallartiger Harndrang, nächtliches Aufstehen um zur Toilette zu gehen und Dranginkontinenz sein.

Regelmäßige Untersuchungen der Prostata ab dem 45. Lebensjahr sind ratsam. Denn je früher Veränderungen der Prostata festgestellt werden, umso effektiver kann letzten Endes die Behandlung sein. Hierzu stehen medikamentöse und operative Möglichkeiten zur Verfügung.