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- Was bedeutet der Begriff "überaktive Blase"?
- Wer ist von den Symptomen der überaktiven Blase am häufigsten betroffen?
- Welche Auswirkungen kann die überaktive Blase auf die Lebensqualität der Betroffenen haben?
- Welche Verhaltensänderungen weisen Menschen mit überaktiver Blase häufig auf?
- Sind die Symptome der überaktiven Blase ein normaler Bestandteil des Älterwerdens, die uns früher oder später alle betreffen?
- Gibt es tatsächlich wirksame Hilfe bei überaktiver Blase?
Was bedeutet der Begriff "überaktive Blase"?
Überaktive Blase (engl.: Overactive Bladder, OAB) ist genau das, was der Name sagt: Eine Krankheit, die von einer Überaktivität der Blase ausgelöst wird. Medizinisch äußert sich das Leiden oft durch urodynamisch messbare ungewollte Blasenkontraktionen. Ursächlich können aber auch andere Formen von Blasenfunktionsstörungen sein. Zu den Symptomen der überaktiven Blase zählen:
- Imperativer Harndrang – plötzlich auftretender, zwingender Drang, Harn zu lassen
- Erhöhte Miktionsfrequenz – acht- oder mehr als achtmaliges Wasserlassen innerhalb von 24 Stunden
- Dranginkontinenz – unfreiwilliger Harnverlust, verbunden mit einem plötzlich auftretenden ununterdrückbaren Harndrang
Wer ist von den Symptomen der überaktiven Blase am häufigsten betroffen?
Obwohl die überaktive Blase häufiger ältere Menschen betrifft, leiden Männer und Frauen aller Altersgruppen in allen Regionen der Welt unter den Symptomen. Die Anzahl der weltweit Betroffenen wird auf 100 Millionen Menschen geschätzt. Eine in der EU und Kanada durchgeführte Studie (EPIC) ergab, dass 13,9 % der über 40-Jährigen - also einer von sieben - an den Symptomen der überaktiven Blase leiden.
Welche Auswirkungen kann die überaktive Blase auf die Lebensqualität der Betroffenen haben?
Die Auswertung der EPIC-Studie zeigte, dass Menschen mit Symptomen der überaktiven Blase höhere Raten von Arbeitslosigkeit und Depression aufweisen als Nichtbetroffene. Die Symptome der überaktiven Blase können demnach zu massiven Einschränkungen im täglichen Leben führen und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen:
- Manche Menschen mit überaktiver Blase gehen nicht auf Partys, in Restaurants, zu Sportveranstaltungen etc. Sie ziehen es stattdessen vor, zu Hause zu bleiben, wo sie die Toilette so oft wie nötig aufsuchen können, ohne ungewollt die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken - oder peinliche Zwischenfälle durch ungewollten Harnverlust zu erleben.
- Einige der Betroffenen müssen nachts zwei Mal oder öfter aufstehen, um die Toilette aufzusuchen und haben dadurch keinen ungestörten, erholsamen Schlaf.
- Viele Betroffene vermeiden Intimität, da sie fürchten, Urin zu verlieren und durch unangenehmen Geruch aufzufallen.
- Wer an überaktiver Blase leidet, verzichtet außerdem oft darauf, mit anderen Sport zu treiben, weil dabei unwillkürlicher Harnverlust befürchtet wird.
Welche Verhaltensänderungen weisen Menschen mit überaktiver Blase häufig auf?
Menschen mit überaktiver Blase, die sich nach draußen trauen, entwickeln oft sorgfältig durchdachte Strategien, um mit ihren Symptomen umgehen zu können. Manche reisen oder gehen nur in Gegenden einkaufen, in denen sie leicht erreichbare öffentliche Toiletten kennen. Andere sitzen grundsätzlich nur auf Gangplätzen in Kinos, Flugzeugen oder öffentlichen Sammelplätzen. Es ist leichter, schnell von einem Gangplatz aufzustehen, wenn plötzlicher Harndrang auftritt. Einige Betroffene nehmen immer Kleidung zum Wechseln mit, falls es zu ungewolltem Harnverlust kommt. Einige Betroffene haben sogar Behältnisse dabei, für den Fall, dass keine Toilette erreichbar ist.
Sind die Symptome der überaktiven Blase ein normaler Bestandteil des Älterwerdens, die uns früher oder später alle betreffen?
Manche Menschen, die Symptome der überaktiven Blase in vorangeschrittenem Alter entwickeln, halten sie für einen unumgänglichen Bestandteil des Alterungsprozesses. Jedoch sollten die Symptome bei Erwachsenen jeden Alters nicht als normal angesehen werden!
Viele Betroffene glauben, dass man nichts tun kann, um die Symptome zu lindern. Tatsache ist aber, dass wirkungsvolle, gut verträgliche Therapiemöglichkeiten vorhanden sind.
Gibt es tatsächlich wirksame Hilfe bei überaktiver Blase?
Der erste und wichtigste Schritt für jeden, der vermutet, an überaktiver Blase zu leiden, besteht darin, die Befürchtung mit einem Arzt zu besprechen. Wenn eine überaktive Blase diagnostiziert wird, sind die beiden Hauptbehandlungsmöglichkeiten Verhaltens- und Pharmakotherapie. Bestimmte Verhaltenstechniken können den Patienten helfen, ihre Symptome in den Griff zu bekommen. Zu diesen Techniken zählen Beckenbodentraining, Blasentraining oder die Umstellung der Trinkgewohnheiten, wie zum Beispiel die Reduzierung des Koffein- und Alkoholkonsums.
Pharmakotherapie hat sich als hochwirksam in der Behandlung von überaktiver Blase erwiesen. Wenn Ärzte sich für diese Behandlungsmethode entscheiden, verschreiben sie in den meisten Fällen Muskarinrezeptor-Antagonisten (Antimuskarinika).