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Glückliches Ende einer Odyssee
Eine überaktive Blase kann die Betroffenen tyrannisieren. Doch oft wird das Problem von den Ärzten nicht ernst genommen. Vor allem, wenn andere schwerwiegende Erkrankungen vorliegen. So erging es auch Elke Fenn (46 J.), deren Blasenprobleme nach einem Schlaganfall auftraten.
"Im September 2004 begannen meine extremen Blasenprobleme. Ein eindeutiger Grund war nicht zu erkennen. War es eine Spätfolge meines Schlaganfalls oder des kurz darauf erfolgten Bandscheibenvorfalls? Ich konnte nicht die Treppe hinuntergehen oder etwas Schweres heben, ohne das Gefühl zu haben, dringend auf die Toilette zu müssen. Ich war bei Neurologen, Gynäkologen und Allgemeinmedizinern - aber niemand hat mein Problem ernst genommen.
Zwischen 20 und 30 Mal am Tag musste ich zur Toilette. Ich habe mich schrecklich geschämt, die dicksten Vorlagen verwendet und sogar das Lachen unterdrückt, nur um keinen Urin zu verlieren. Ich habe mich davor gescheut, meinem Partner davon zu erzählen. Wir waren noch nicht lange zusammen.
Insgesamt war ich – bedingt durch verschiedene andere Erkrankungen – bei 22 Ärzten: keiner hat etwas unternommen. Auch der Besuch einer diagnostischen Klinik und eine Reha-Kur brachten keine Besserung. Ich wollte mich nicht damit abfinden. Aber alle haben nur gesagt, dagegen könne man nichts machen!
Der Besuch bei meiner Ärztin war mein letzter Versuch. Sie hat mich untersucht, und ich musste einige Tage lang ein Miktionstagebuch führen. Dann begann ich die Therapie mit einem Antimuskarinikum, hatte aber wenig Hoffnung auf Verbesserung. Nach dem ersten Tag dachte ich: Das ist ein Wunder! Denn ich musste nur ganz selten zur Toilette. Ich war gespannt, ob die Wirkung anhalten würde. Und sie hielt an! Sie verstärkte sich sogar noch durch regelmäßiges Beckenbodentraining, das ich ebenfalls verordnet bekam. Heute kann ich wieder ausgehen, einkaufen, unbeschwert in Haushalt und Garten arbeiten. Ich lache wieder und bin ein völlig neuer Mensch!"